Projekte THE GREEN THEATRE PROJECT Green Team: AG Nachhaltigkeit der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Unikliniken Köln Unternehmen: Unikliniken Köln AöR Das Green Theatre Project bringt Klimaschutz an zwei der anspruchsvollsten Arbeitsplätze im Krankenhaus: den OP und die Intensivstation. Ein interdisziplinäres Team aus Anästhesie und Pflege der Uniklinik Köln hat in nur einem Jahr 166 Kolleg:innen geschult, Minimal-Flow-Narkosen und TIVA gefördert, den Einsatz von Mehrweg- statt Einweg-Sensoren gesteigert, das Ausstecken der Narkosegasabsaugung angestoßen und die Abfalltrennung im OP neu organisiert – ohne Abstriche bei Hygiene und Patientensicherheit. Mehr über das Projekt WAS HAT DEN MUT GEGEBEN, ZU STARTEN? Wir arbeiten jeden Tag an einem der emissionsintensivsten Orte im Krankenhaus – und wussten, dass viele Stellschrauben direkt in unseren Händen liegen: Frischgasfluss (FGF), Narkoseverfahren, Material, Abfall. Mut gab uns die Überzeugung, dass Klimaschutz Gesundheitsschutz ist, die Unterstützung unserer Klinikdirektorin, Frau Professorin Steinbicker, und die EUniWell-Förderung, die uns ermöglichte, mit Partnern in Florenz und Santiago de Compostela fundiert zu starten. Und die Befragung zeigte: Die Kolleg:innen wollen etwas tun – ihnen fehlte nur das konkrete Wissen, wie. DAS ERGEBNIS Befragung: 288 ausgewertete Fragebögen (ca. 700 Befragte). Schulungen: 166 Teilnehmende in vier Schulungen. Frischgasfluss: FGF-Baseline von 0,71 L/min erhoben (Ziel: ≤ 0,5 L/min). Narkosegasabsaugung: Potenzial von 48,4 t CO₂ und 99.050 kWh pro Jahr durch das Ausstecken der Narkosegasabsaugung. Mehrweg-Sensoren: 20.000 € Investition in Mehrweg-SpO₂-Sensoren bei über 122.000 € jährlichem Sparpotenzial. Recycling: 41 % mehr Wertstoffsäcke im Recycling (31 % mehr korrekt befüllt). DIE WIRKUNG Nachhaltigkeit ist in der Anästhesie der Uniklinik Köln vom Randthema zum Teil des Arbeitsalltags geworden: Sie ist fest im ATA-Curriculum und in der ärztlichen Fortbildung verankert, wird auf dem Patientensicherheits-MEMO jedes Einleitungsarbeitsplatzes stehen und ist Thema bei der Narkoseplanung. Mehrweg-Sensoren sind wieder Standard, für den Abfall-Abtransport gibt es einen neuen Prozess mit getrennten AWT-Wägen, und die Klinikleitung investiert gezielt in nachhaltige Lösungen. Vor allem haben wir gezeigt, dass Klimaschutz auch an einem Arbeitsplatz mit höchsten Anforderungen an Hygiene und Patientensicherheit möglich ist. DIE GRÖSSTE HERAUSFORDERUNG Der Arbeitsplatz selbst: Im OP und auf der Intensivstation haben Hygiene und Patientensicherheit absolute Priorität – jede Veränderung muss das respektieren, und der Alltag ist von Zeitdruck, Schichtbetrieb und Notfällen geprägt. Gleichzeitig gehört kein Prozess einer Berufsgruppe allein: Für eine wiederverwendete Wärmedecke, einen anderen Abfallsack oder einen neuen Sensor mussten wir Anästhesie, Anästhesie- und OP-Pflege, operative Fächer, Hygiene, Entsorgung, Einkauf, Qualitätsmanagement und Klinikleitung an einen Tisch bringen. Als Bottom-up-Team ohne eigenes Budget konnten wir nicht anordnen – wir mussten überzeugen: mit Daten und mit konkreten Handgriffen – und indem wir Nachhaltigkeit konsequent als Teil guter, sicherer Medizin erklärt haben. DIE GRÖSSTE LERNERFAHRUNG Wir haben gelernt, dass Akzeptanz über Sicherheit und Daten entsteht. Sobald klar war, dass eine Maßnahme Hygiene und Patientensicherheit nicht gefährdet, und sobald Zahlen auf dem Tisch lagen – die Befragung, die FGF-Baseline, die Kostenrechnung zu den Sensoren, die Strichlisten der Entsorgung –, wurden aus Bedenken Unterstützer:innen. Und: Jede Verbesserung deckt den nächsten Hebel auf. Mehr Wertstoffe im Recycling haben uns gezeigt, dass wir nun an der Trennqualität arbeiten müssen. WAS AM MEISTEN SPASS GEMACHT HAT Zu erleben, wie ansteckend Engagement ist: Kolleg:innen, die nach einer Schulung von sich aus die Absaugung ausstecken oder nach Mehrweg-Sensoren fragen, Auszubildende, die das Thema mit Begeisterung aufnehmen, und die Mitarbeitenden der Entsorgung, die Teil des Projekts wurden. Und der Austausch mit unseren europäischen Partnern hat gezeigt, dass wir mit unseren Fragen nicht allein sind. WAS HAT DEN MUT GEGEBEN, ZU STARTEN? Wir arbeiten jeden Tag an einem der emissionsintensivsten Orte im Krankenhaus – und wussten, dass viele Stellschrauben direkt in unseren Händen liegen: Frischgasfluss (FGF), Narkoseverfahren, Material, Abfall. Mut gab uns die Überzeugung, dass Klimaschutz Gesundheitsschutz ist, die Unterstützung unserer Klinikdirektorin, Frau Professorin Steinbicker, und die EUniWell-Förderung, die uns ermöglichte, mit Partnern in Florenz und Santiago de Compostela fundiert zu starten. Und die Befragung zeigte: Die Kolleg:innen wollen etwas tun – ihnen fehlte nur das konkrete Wissen, wie. DAS ERGEBNIS Befragung: 288 ausgewertete Fragebögen (ca. 700 Befragte). Schulungen: 166 Teilnehmende in vier Schulungen. Frischgasfluss: FGF-Baseline von 0,71 L/min erhoben (Ziel: ≤ 0,5 L/min). Narkosegasabsaugung: Potenzial von 48,4 t CO₂ und 99.050 kWh pro Jahr durch das Ausstecken der Narkosegasabsaugung. Mehrweg-Sensoren: 20.000 € Investition in Mehrweg-SpO₂-Sensoren bei über 122.000 € jährlichem Sparpotenzial. Recycling: 41 % mehr Wertstoffsäcke im Recycling (31 % mehr korrekt befüllt). DIE WIRKUNG Nachhaltigkeit ist in der Anästhesie der Uniklinik Köln vom Randthema zum Teil des Arbeitsalltags geworden: Sie ist fest im ATA-Curriculum und in der ärztlichen Fortbildung verankert, wird auf dem Patientensicherheits-MEMO jedes Einleitungsarbeitsplatzes stehen und ist Thema bei der Narkoseplanung. Mehrweg-Sensoren sind wieder Standard, für den Abfall-Abtransport gibt es einen neuen Prozess mit getrennten AWT-Wägen, und die Klinikleitung investiert gezielt in nachhaltige Lösungen. Vor allem haben wir gezeigt, dass Klimaschutz auch an einem Arbeitsplatz mit höchsten Anforderungen an Hygiene und Patientensicherheit möglich ist. DIE GRÖSSTE HERAUSFORDERUNG Der Arbeitsplatz selbst: Im OP und auf der Intensivstation haben Hygiene und Patientensicherheit absolute Priorität – jede Veränderung muss das respektieren, und der Alltag ist von Zeitdruck, Schichtbetrieb und Notfällen geprägt. Gleichzeitig gehört kein Prozess einer Berufsgruppe allein: Für eine wiederverwendete Wärmedecke, einen anderen Abfallsack oder einen neuen Sensor mussten wir Anästhesie, Anästhesie- und OP-Pflege, operative Fächer, Hygiene, Entsorgung, Einkauf, Qualitätsmanagement und Klinikleitung an einen Tisch bringen. Als Bottom-up-Team ohne eigenes Budget konnten wir nicht anordnen – wir mussten überzeugen: mit Daten und mit konkreten Handgriffen – und indem wir Nachhaltigkeit konsequent als Teil guter, sicherer Medizin erklärt haben. DIE GRÖSSTE LERNERFAHRUNG Wir haben gelernt, dass Akzeptanz über Sicherheit und Daten entsteht. Sobald klar war, dass eine Maßnahme Hygiene und Patientensicherheit nicht gefährdet, und sobald Zahlen auf dem Tisch lagen – die Befragung, die FGF-Baseline, die Kostenrechnung zu den Sensoren, die Strichlisten der Entsorgung –, wurden aus Bedenken Unterstützer:innen. Und: Jede Verbesserung deckt den nächsten Hebel auf. Mehr Wertstoffe im Recycling haben uns gezeigt, dass wir nun an der Trennqualität arbeiten müssen. WAS AM MEISTEN SPASS GEMACHT HAT Zu erleben, wie ansteckend Engagement ist: Kolleg:innen, die nach einer Schulung von sich aus die Absaugung ausstecken oder nach Mehrweg-Sensoren fragen, Auszubildende, die das Thema mit Begeisterung aufnehmen, und die Mitarbeitenden der Entsorgung, die Teil des Projekts wurden. Und der Austausch mit unseren europäischen Partnern hat gezeigt, dass wir mit unseren Fragen nicht allein sind.